Die individuelle digitale Lernumgebung

Ein aufgeräumter digitaler Schreibtisch bietet den Vorteil, dass Informationen, Dokumente und Tools immer und überall sofort verfügbar sind.

Viele Kinder und Jugendliche haben Probleme, ihre digitalen Arbeitsprozesse zu strukturieren. Beim persönlichen Ablagechaos wird dies besonders deutlich. Daher sollten Sie Ihr Kind dabei unterstützen, die private digitale Lernumgebung sinnvoll zu ordnen, um effektiv arbeiten zu können.

Die Desktopoberfläche individuell anpassen


Der Desktop sollte nicht als permanente Ablagefläche dienen, sondern stets übersichtlich gehalten werden. Stellen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, welche Programme (und gegebenenfalls Ordner oder Dateien) es hauptsächlich nutzt und legen Sie diese als Icon auf den Desktop. Die wichtigsten Programme kann man auch an die Taskleiste anheften. Dies ermöglicht einen schnellen Zugriff auch bei geöffneten Dateien.


Möglicher Ordnerbaum eines Lernenden

Dateien strukturiert ablegen

Dateien sollte man anstatt auf dem Desktop in einer Ordnerstruktur ablegen. Ein derartiges Ordnungssystem hängt von den individuellen Bedürfnissen Ihres Kindes ab. Zunächst einmal ist eine klare Trennung zwischen privaten und schulischen Dateien sinnvoll. Für den schulischen Bereich bietet sich eine weitere Unterteilung in Unterrichtsfächer und Klassenstufen an, wobei hier die Reihenfolge individuell wählbar ist. Alle Dokumente sollten immer an der entsprechenden Stelle des Ordnerbaums abgespeichert werden. 

Um eine Datei auch nach längerer Zeit wiederfinden zu können, sollte sie einen aussagekräftigen Dateinamen erhalten. Ohne diesen ist auch die Suchfunktion wenig hilfreich und das Wiederauffinden der Datei Glückssache.

Werden Dateien an verschiedenen Speicherorten benötigt, ist es sinnvoll, mit Verknüpfungen zu arbeiten. Diese benötigen deutlich weniger Speicherplatz und Änderungen am Original werden direkt in der Verknüpfung übernommen. Auf diese Weise hat ihr Kind immer direkten Zugriff auf die aktuelle Version.


Digitale Endgeräte up to date halten

Bei der technischen Instandhaltung der digitalen Endgeräte ist je nach Alter des Kindes Ihre Unterstützung unumgänglich, z. B. bei Software-Updates oder der Aktualisierung von Treibern externer Geräte wie Drucker oder Scanner. Außerdem sollten Sie regelmäßig u. a. folgende weiterführende Wartungsarbeiten gemeinsam durchführen:

Löschung gespeicherter Cookies im Browser

Um zu vermeiden, dass beim Surfen im Browser fortlaufend Daten über das Nutzungsverhalten Ihrer Kinder gesammelt werden, ist es empfehlenswert, Cookies möglichst regelmäßig zu löschen. Wie Sie dabei genau vorgehen, erfahren Sie auf der Seite des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI):

Cookies und Fingerprints verhindern

Erstellung von Datensicherungen

Um bei Verlust oder Defekt eines digitalen Endgerätes nicht auch noch sämtliche darauf gespeicherten Daten (womöglich unwiederbringlich) zu verlieren, sollten regelmäßig Sicherungen, auch Back-ups genannt, durchgeführt werden. Wie dies genau funktioniert, wird Ihnen auf der Seite des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geschildert:

Back-up: Doppelt gesichert hält besser

Umgang mit Passwörtern


Achten Sie darauf, dass Ihr Kind sichere Passwörter nutzt, um sich beispielsweise auf Webseiten anzumelden, die das eigenverantwortliche Lernen unterstützen. Dabei sollte für jede Seite ein anderes Passwort genutzt werden. Um ein sicheres Passwort festzulegen, gibt es u.a. folgende Ansätze: lang und eher einfach strukturiert (20 bis 25 Zeichen mit zwei Arten verschiedener Zeichen) oder kurz und kompliziert (8 bis 12 Zeichen mit vier verschiedenen Arten von Zeichen). Dabei können beispielsweise Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen kombiniert werden. Es gibt zudem spezielle Software, die als Passwortmanager Passwörter verwalten können. Weiterführende Informationen hierzu erhalten Sie auf der Seite des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI):

Tipps für das Surfen im Internet

Altersgemäße Suchmaschinen 

Bei jedem Browser können Sie die Startseite individuell festlegen. Je nach Alter der Schülerinnen und Schüler bietet es sich daher an, spezielle Suchmaschinen für Kinder als Startseite festzulegen. Diese Suchmaschinen bieten einen sicheren Raum für Kinder im Internet.

fragFINN 
(Altersempfehlung: 6–12 Jahre)

Blinde Kuh
(Altersempfehlung: 8–12 Jahre)

Helles Köpfchen
(Altersempfehlung: 8–16 Jahre)


Die genannten Suchmaschinen liefern Suchergebnisse, die von Redakteurinnen und Redakteuren unter medienpädagogischen Gesichtspunkten geprüft wurden. Diese Filterung erzeugt zwar weniger Suchergebnisse, aber diese sind mit Blick auf die Inhalte und Sprache für Kinder leicht verständlich. Webseiten mit Werbung oder problematischen Inhalten wie Rassismus, Pornografie und Gewaltverherrlichung werden nicht angezeigt. Dieser Schutz ersetzt allerdings nicht Ihre Erziehungsarbeit als Eltern, entsprechende Medienthemen mit Ihren Kindern zu besprechen.

Browsereinstellungen personalisieren

Jeder Browser bietet Werkzeuge, um häufig genutzte Seiten schnell aufrufen zu können. Für diese Lesezeichen sollte sich Ihr Kind ein individuelles Ordnungssystem überlegen. Dies ist je nach Browser mit verschiedenen Kategorien oder Ordnern möglich. Jede Internetadresse kann auch mit Schlagwörtern versehen werden. Häufig genutzte Seiten sollten in der Symbolleiste des Browsers angeheftet werden, um sie stets im Blick zu haben.

Browser-Erweiterungen zur Organisation der gesammelten Informationen

Für die Internetrecherche gibt es hilfreiche Tools, die die Organisation der gesammelten Informationen erleichtern. Die meisten dieser Tools sind als kostenlose Add-ons verfügbar, aber nur für bestimmte Browser nutzbar. Artikel und Postings lassen sich mithilfe dieser Anwendungen in einer Art privaten Bibliothek speichern und sind anschließend auch offline verfügbar. Dabei synchronisiert das Tool die Informationen regelmäßig, d. h. sie werden aktuell gehalten.

Überwiegend kann man sich die gespeicherten Artikel vorlesen lassen und direkt mit Notizen versehen sowie unterschiedliche Dateien anhängen. Welche Aspekte Ihre Kinder beim Erstellen digitaler Notizen beachten sollten, können Sie im folgenden Artikel nachlesen:

Digitale Notizen anfertigen und organisieren

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus:

BayernCloud Schule (ByCS)

Zusammenarbeit mithilfe digitaler Tools

Die mebis Lernplattform bietet verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen Lernenden. Diese kann beispielsweise über ein Forum, ein Wiki oder die Aktivität „Gegenseitige Beurteilung“ erfolgen.

Noch im laufenden Schuljahr 2022/23 werden die Angebote der BayernCloud Schule deutlich erweitert. Weitere Anwendungen werden künftig die Möglichkeit zur digitalen Kollaboration schaffen, also das gemeinsame Bearbeiten von Texten oder das Teilen von Präsentationen.

Alle Angebote sind mit einem einzigen Login übersichtlich über das Dashboard zu erreichen. Damit stehen bequem zu erreichende, datenschutzkonforme Anwendungen zur Verfügung.

Grafiken: istock.com/nadia_bormotova | Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus | istock.com/Anastasiia_New

Nächster Beitrag

Lernen mit Dokus, Videos und Tutorials
Lesen