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- Der Filtereffekt beeinflusst die Wahrnehmung und Interpretation von Ereignissen. Neue Informationen und Erkenntnisse, die nicht zu den bisherigen Erfahrungen und Vorstellungen passen, werden ausgesiebt.
- Durch den motivierenden Effekt beeinflusst Haltung die Entscheidung für oder gegen eine Handlung.
- Der Steuerungseffekt beeinflusst die Auswahl der Reaktionen auf Handlungen anderer.
(Professionelle) Haltung und herausforderndes Verhalten
Besonders Schülerinnen und Schüler mit dem Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung fordern durch ihr Verhalten in Unterricht und Schule die Haltung der Lehrkräfte heraus. Aus Sicht der Akteure im System Schule stören sie den Unterricht, verursachen verbale und körperliche Konflikte mit Mitschülerinnen und Mitschülern und provozieren die Autorität der Lehrkraft. Oft reproduzieren sie in der Interaktion Schülerin/Schüler – Lehrkraft ihre erlernten Muster des schulischen Scheiterns und des Beziehungsabbruchs. Indem sie den zentralen Auftrag der Lehrkräfte – nämlich fachliches sowie soziales und emotionales Lernen – zumindest in Frage stellen, oft aber auch zum Scheitern bringen, zwingen sie diese in offene und verdeckte Konflikte.
Entsprechend wichtig ist es, dass Lehrinnen und Lehrer ihre Erfahrungen mit herausforderndem Verhalten bewusst reflektieren und mit ihren Werten verhandeln. Erfolge bestärken die zugrunde liegenden Wertvorstellungen und die entsprechende Handlungsweise. Im Falle erzieherischen Scheiterns ist es nötig, die grundsätzliche Richtigkeit der Werte und Handlungsweisen gegen Misserfolge und enttäuschte Erwartungshaltungen zu behaupten und in einen erklärenden Sinnzusammenhang – eine Haltung – zu integrieren. Erst damit wird es möglich, professionelle Erfahrung im nötigen Maß von persönlicher Betroffenheit abzugrenzen. Die Arbeit an der eigenen professionellen Haltung hat damit auf Dauer einen entscheidenden Anteil an der Lehrergesundheit.
