Ein Unterstützungsnetzwerk umfasst die gegenseitige kollegiale, adäquate Hilfe und Unterstützung aller am Schulleben beteiligten, pädagogisch wirksamen Personen, um herausfordernden Situationen im Schulalltag pädagogisch wirksam zu begegnen und entlastend zu wirken, mit dem Ziel, handlungsfähig zu bleiben. (vgl. Vonneilich/Franzkowiak, 2022, BzgA-Leitbegriffe: soziale Unterstützung).
Wenn Lehrkräfte sich als professionelles Netzwerk verstehen, erhöht sich auch die Wahrnehmung für notwendige Veränderungen und deren offene Kommunikation.
Internes Unterstützungsnetzwerk und herausforderndes Verhalten
Ein Mangel an konzeptionell verankerter kollegialer Unterstützung lässt erzieherische Leerräume und Unklarheiten für die Schülerinnen und Schüler entstehen, wo pädagogische Klarheit nötig ist. Einerseits führen diese Leerräume dazu, dass Lehrkräfte gegeneinander ausgespielt werden können. Anderseits erhöht sich die Wahrscheinlichkeit des Auftretens herausfordernden Verhaltens.
Ein Mangel an gegenseitiger Unterstützung potenziert die Arbeitsbelastung und mündet nicht selten in einem erschöpften Zustand des gesamten Kollegiums.
Ein Unterstützungsnetzwerk erhöht die Fähigkeit, mit besonderen Belastungen umzugehen (vgl. Mintrop 2020, 163).
Existierende Unterstützungsnetzwerke sorgen für gemeinsame Verantwortung und Verantwortungsbereitschaft. "Dein Schüler hat schon wieder..." - Denkweisen werden auf diese Weise obsolet.
Internes Unterstützungsnetzwerk und Schulentwicklung
Auch die Einrichtung von Unterstützungsnetzwerken sollte explizites Ziel von Entwicklungsprozessen sein. Gleichzeitig erleichtern bestehende Netzwerke erfolgreiche Schulentwicklung. Hilfreich sind folgende Strategien:
- (Wieder-)Bestätigung des gemeinsamen „positiven Kerns“, Formulierung einer affirmativen Grundhaltung, insbesondere bei großen pädagogischen Herausforderungen (vgl. Mintrop 2020, 164)
- Fokussierung auf Formulierung von Zielvereinbarung: Gliederung großer Problemstellungen in leistbare und gelingende Teilziele (vgl. Mintrop 2020, 164)
- Investition in Maßnahmen zur Förderung des sozialen, wertschätzenden Miteinanders (vgl. Quesel, 2020, 174)
- Einrichtung Steuerungsgruppen: Entlastung und Erleichterung bei der Entscheidungsfindung und Umsetzung neuer Ideen (vgl. Huber 2020, 146)
Warum interne Netzwerke gerade auch für kleine Schulen oder Außenstellen von Sonderpädagogischen Förderzentren wichtig sind.
Außenstellen von Sonderpädagogischen Förderzentren haben oft ein Problem: Die pädagogischen Herausforderungen sind genauso groß wie im Haupthaus - die formelle pädagogische Infrastruktur ist aber meist nicht so gut ausbaubar oder unmittelbar nutzbar. Gerade dann sind informelle Netzwerkstrukturen wichtig. Einerseits erfahren Schülerinnen und Schüler trotzdem Präsenz und Zugewandtheit. Andererseits dient die Pflege dieser Strukturen auch dem Selbstwirksamkeitserleben und der Entlastung von Lehrkräften.
